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Ankommen

Ich bin angekommen

 Thích Nhất Hạnh


Komm in eine aufrechte Sitzhaltung und meditiere…
Einatmend – ausatmend:   

 

Ich bin ankommen

Ich bin zuhause

Im Hier und im Jetzt.

Ich bin zuhause

Im Hier und im Jetzt

Ich bin fest. Ich bin frei.

Im Letztendlichen verweile ich.

 



"Ich bin angekommen", ist unsere Praxis.

Beim Einatmen nehmen wir Zuflucht zum Einatmen und sagen: "Ich bin angekommen." Machen wir einen Schritt, nehmen wir Zuflucht zu diesem Schritt und sagen: "Ich bin angekommen." Das ist keine Behauptung sich selbst oder anderen gegenüber. 

 

"Ich bin angekommen", bedeutet, ich habe aufgehört zu rennen. Ich bin im gegenwärtigen Moment angekommen, denn nur der gegenwärtige Moment umfasst Leben. Atme ich ein und nehme Zuflucht zum Einatmen, berühre ich das Leben auf tiefste Weise. Mache ich einen Schritt und nehme vollständig Zuflucht zu meinem Schritt, berühre ich ebenfalls das Leben auf tiefe Weise, und indem ich das tue, höre ich auf zu rennen.

 

Mit dem Rennen, Hetzen und Eilen aufzuhören ist eine sehr wichtige Praxis. Wir sind unser ganzes Leben lang gerannt. Wir glauben, dass Frieden, Glück und Erfolg an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit gegenwärtig sind.

 

Wir wissen nicht, dass wir nach allem - Frieden, Glück und Stabilität - im Hier und Jetzt Ausschau halten sollten. Das ist die Adresse des Lebens - wo das Hier und Jetzt sich kreuzen.

 

Praktizieren wir diese Meditation, kommen wir in jedem Moment an.

Unser wahres Zuhause ist im gegenwärtigen Moment.

Wenn wir tief in diesen Moment eintreten, werden unser Kummer und unsere Sorgen verschwinden und wir werden das Leben mit all seinen Wundern entdecken. 


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Kommentare: 1
  • #1

    Peter Wertenbroch (Dienstag, 31 März 2020 13:10)

    Das ist ein wunderbares Mantra für mich, liebe Christiane, liebe Sangha:
    Ich atme mit tiefem Genuß ein, spüre, wie sich mein ganzer Innenraum mit Energie füllt, spüre meine Körpergrenzen, sitze stark und aufrecht: "Ich bin fest."
    Und dann atme ich - aufgerichtet - langsam aus, lasse meinen Atem los, lasse meine Gedanken und meine Gefühle los und mein Kopf, mein Herz, meine Hände hören auf, "zu rennen". Ich werde leichter: "Ich bin frei!"